HWS Distorsion vom Arzt richtig feststellen lassen!

HWS Distorsion feststellen lassen

Eine HWS Distorsion wird häufig auch als Schleudertrauma, Beschleunigungstrauma, oder Whiplash-Syndrome genannt.

Die HWS Distorsion ist eine der häufigsten Verletzungen nach einem Verkehrsunfall: Kommt es zu einem Auffahrunfall oder fahren Sie auf ein anderes Auto auf, wirken starke physische Kräfte auf Sie ein. Durch die schlagartige Krafteinwirkung wird Ihr Kopf nach vorne und nach hinten geschleudert, was zu Verletzungen von Bändern und Muskeln im Halsbereich führt.

Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine Schutzreaktion des Körpers: Durch die Verspannung der Muskel und Bänder soll die empfindliche Halswirbelsäule geschützt werden.  Zu den typischen Symptomen gehören

  • Nackenverspannungen,
  • Kopfschmerzen,
  • Schwindelgefühl,
  • Übelkeit, sowie
  • Schulter- und Armbeschwerden.

In wenigen Fällen kommt es zu

  • Tinnitus,
  • Augenflimmern und
  • Konzentrationsstörungen.

Manche dieser Symptome treten auch erst später auf. Nach einem Unfall sollte man übrigens immer einen Arzt aufsuchen. Denn unter Umständen hat man neben der Distorsion auch eine Verletzung des Halsmarks erlitten.

Klassifikationen der HWS-Distorsion

Je nach Schwere der HWS-Verletzungen werden diese in vier Gruppen eingeteilt. Dies hat natürlich auch Bedeutung für ihren Schmerzensgeldanspruch:

Grad Symptome
Grad 0 Keine Beschwerde im Bereich der HWS
Grad 1 Schmerz und Steifheitsgefühl

Keine klinische Feststellbarkeit

Grad 2 Einschränkung der Beweglichkeit (Hinweis auf Muskelverhärtung)

Druckschmerz

Hartspann

Grad 3 Neurologische Symptome, wie Schwächung der Muskelreflexe oder „sensorische“ Defizite (Taubheitsgefühl)
Grad 4 Frakturen und Dislokationen
Hinzukommende Symptome: Taubheit, Schwindel, Tinnitus, Kopfschmerzen,

Amnesie, Schluckstörung und Facettengelenksschmerzen

Beweisprobleme bei einer HWS-Distorsion

Wenn Sie nach einem Autounfall Schmerzensgeld und Schadensersatzansprüche geltend machen möchten, müssen Sie zunächst Ihren Schaden darlegen und schlussendlich auch beweisen.

Während der Beweis eines Sachschadens noch relativ einfach gelingen kann, in dem Sie zum Beispiel ein Foto Ihres beschädigten Autos oder die Reparaturrechnung vorlegen, sind Körperschäden nicht immer so leicht zu beweisen.

Gerade bei den oben dargestellten Grad 1 und Grad 2 HWS-Verletzungen ist das Problem, dass die Verletzung nicht sichtbar ist. Bei der HWS-Distorsion ersten Grades ist sie sogar nicht mal klinisch feststellbar. Wenn der Gegner nun bestreitet, dass Sie eine HWS-Distorsion erlitten haben, müssen Sie grundsätzlich beweisen, dass Ihre Behauptung der HWS-Distorsion zutreffend ist. Dies wird nur schwer gelingen, wenn der Schadensvorfall mehrere Monate zurückliegt und nach dem Unfall kein Arzt aufgesucht werden konnte.

Der Arztbericht über eine diagnostizierte HWS-Distorsion ist grundsätzlich ein erstes Indiz dafür, dass Sie tatsächlich diese Verletzung erlitten haben, und daher auch einen Anspruch auf das Schmerzensgeld besitzen. Ein Beweis ist der Arztbericht hingegen nicht.

So dokumentieren Sie die HWS-Distorsion richtig

Eine HWS-Distorsion kann auf verschiedene Weise von Ihrem Arzt diagnostiziert werden. Dabei entscheidet die Diagnostik nicht nur darüber, ob Sie am Ende Ihren Anspruch auf Schmerzensgeld beweisen können, sondern natürlich auch über die therapeutische Behandlung.

Anamnese und Diagnostik

Wichtigstes und erste Mittel auf dem Weg zur Diagnose stellt das Anamnesegespräch dar. Die Anamnese liefert die ersten Hinweise, ob die aufgetretenen Symptome zu einer HWS-Distorsion passen. Dabei fragt der Arzt beispielsweise Unfallgeschwindigkeit oder Aufprallgeschwindigkeit ab, ob ein Air-Bag ausgelöst wurde oder ob die Kopfstütze hoch oder niedrig eingestellt war.

Die meisten Ärzte können bereits hier feststellen, ob der geschilderte Unfall zu den Symptomen überhaupt passt. Beispiel: Der Arzt kann auch feststellen, ob der Patient beispielsweise verwirrt ist, oder ob die Geschichte schlüssig erscheint.

Wichtig: Zur Diagnostik darf Ihr Arzt nicht nur auf Ihre Beschreibungen der Beschwerden zurückgreifen, sondern muss objektive Befunde erheben. Hierzu zählen beispielsweise die Feststellung des Muskelhartspanns im Nacken- und Rückenbereich.

Röntgen

Zur weiteren Absicherung des Verdachts einer HWS-Distorsion sollte eine Röntgenaufnahme gemacht werden. Insbesondere muss auch ausgeschlossen werden, dass eine Fraktur vorliegt. Gerade bei einer HWS-Distorsion sind Röntgenaufnahmen nicht besonders ergiebig, da man unter Umständen nichts erkennen kann.

MRT

Durch ein MRT können unter Umständen Verletzungen des weicheren Gewebes wie Muskel und Bänder, die auf dem Röntgen nicht zu sehen sind, erkannt werden. Trotzdem gehört das MRT nicht zur Standartprozedur. Eine Untersuchung im MRT ist kostenintensiv und nur indiziert, wenn hierdurch diagnostische Unsicherheiten ausgeräumt werden können.

Eigene Dokumentation der Beschwerden

Um einen Schmerzensgeldanspruch aufgrund einer HWS-Distorsion nachweisen zu können, sollten Sie unbedingt sofort nach dem Unfall einen Arzt aufsuchen. Dieser wird dann durch Anamnese und im Zweifelsfall durch weitere Untersuchungen feststellen können, ob eine HWS-Distorsion vorliegt.

Häufig treten HWS-Beschwerden erst mit einigen Stunden zeitverzögert auf. Sie sollten unbedingt mit Eintritt der Beschwerden einen Arzt aufsuchen, da andernfalls der Einwand erhoben werden kann, dass die HWS-Distorsion nicht mehr auf das Unfallereignis zurückgeführt werden kann.

Um Ihre Alltags- und Bewegungseinschränkungen nach einer HWS-Distorsion noch weiter zu fundieren bietet sich ein Schmerztagebuch an. In diesem können Sie festhalten, wie zum Beispiel Rückenschmerzen, Nackenschmerzen zu Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten uvm. geführt und damit Ihren Alltag beeinträchtigt haben. Dies kann sich schmerzensgelderhöhend auswirken.

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