Übertragung der Krankheiten nach einem Hundebiss

In Deutschland gibt es pro Jahr einige tausend Hundebissvorfälle. Hunde sind zwar domestiziert und nicht per se gefährlich, doch wenn es trotzdem zu einem Hundebiss kommt kann dies neben den Schmerzen durch den Biss selber auch zu gefährlichen Infektionen führen. Im Jahr 2019 verstarb sogar ein Halter eines Hundes, nachdem er nur beim Schmusen mit dem Vierbeiner mit dessen Speichel in Kontakt kam und eine schwere Infektion hierdurch erlitt.

Häufig wird deshalb nach einem Hundebiss ein Antibiotikum verschrieben. In manchen Fällen muss jedoch auch eine Impfung vorgenommen werden. Doch welches Antibiotikum wirkt bei Hundebissen am besten? Und welche Impfungen sind nach einem Hundebiss sinnvoll?

Hundespeichel – gar nicht so harmlos

Im Speichel des Hundes finden sich mehre Millionen Bakterien, die sich je nach Futter, Umgebung und der Gesundheit des Hundes ständig verändern. Glücklicherweise sind nicht alle davon für den Menschen infektiös.

Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes kommt es bei 84 %  der Hundebisse nicht zu Infektionen. Ganz ungefährlich sind Hundebisse aber nie. Neben den klassischen Entzündungsherden wie „Pasteurella“, „Streptococcus“,“ S.aureus“ lauern noch besonders gefährliche Erreger im Hundespeichel:   Das „Capnocytophaga canimorsus“ (Hundebiss-Bakterium) kann lebensgefährlich werden.

Daneben muss bei einem Hundebiss auch an das Bakterium Clostridium tetani gedacht werden, dieses Bakterium kann bei einem Menschen einen tödlichen Wundstarrkrampf (auch Tetanus genannt) auslösen.

Viren springen zwar nicht sehr häufig von einem Tier auf einen Menschen über, da sie sich auf „spezielle“ Wirte spezialisieren, jedoch wird von Tierbissen Tollwut, eine tödliche Viruserkrankung, übertragen.

 

Antibiotika nach Hundebiss

Die Fachwelt ist sich nicht immer ganz einig, ob nach einem Hundebiss ein Antibiotikum prophylaktisch verschrieben werden muss. Dagegen spricht, dass sich die meisten Entzündungen bereits nach 24 Stunden zeigen, weswegen auch dieser Zeitraum abgewartet werden kann. Die Empfehlung des RKI geht insoweit davon aus, dass Antibiotika dann gegeben werden sollen, wenn es sich um eine Verletzung mit besonders hohem Infektionsrisiko handelt. Dieses besonders hohe Infektionsrisiko liegt vor, wenn eine „vollständig perforierte Wunde“ (das bedeutet, dass die Hautschicht durchbissen wurde) oder eine Bissverletzung an den Händen oder anderen Gliedmaßen / gelenknahen Flächen vorliegt. Personen mit einem eingeschränkten Immunsystem gehören hier auch immer zur Risikogruppe.

 

Capnocytophaga canimorsus (Hundebiss-Bakterium)

Das Hundebissbakterium ist besonders tückisch. Grund hierfür ist, dass es vom menschlichen Immunsystem nicht erkannt wird. Es kommt somit nicht zu einer Entzündung, die zur Abwehr von Bakterien dient, die Bakterien können sich schnell ungehindert vermehren und am Ende ein Organversagen auslösen.

Dabei gibt es Antibiotika, die gut und schnell gegen dieses Bakterium wirken: Es eignen sich neben Ampicillin, Amoxicillin, Ampicillin-Sulbactam und Amoxicillin-Clavulansäure auch Clindamycin, Doxycyclin und Moxifloxacin sowie Imipenem und Meropenem.

Das Hundebiss-Bakterium ist einer der Gründe, warum bei einem Hundebiss prophylaktisch Antibiotika verschrieben werden. Hätte es nicht seine vor dem Immunsystem versteckte Wirkung, könnte man auch erst abwarten, ob sich nach einem Hundebiss typische Entzündungsanzeichen wie ein Pochen der Wunde, Rötungen und Schwellungen, oder Eiter zeigen, welche auf eine Bakterieninfektion verweisen. Doch wenn keine Entzündungszeichen vorkommen, kann trotzdem ein Antibiotikum notwendig sein, um kein Risiko einzugehen. 

Sie wurden von einem Hund gebissen?

Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie sich richtig verhalten und worauf Sie besonders beachten müssen!

Impfung gegen Tetanus

Tetanus ist schon lange als gefährliche Krankheit bekannt. Die Bakterien infizieren zwar nur selten Hunde, jedoch befinden sich dessen Sporen fast überall in der Umwelt. Hunde nehmen diese Sporen während des Spielens, Schnüffelns oder Fressens auf und können bei einem Biss diese Sporen in die Wunde „injizieren“. In Deutschland wird beinahe jedes Kind gegen Tetanus geimpft. Jedoch vergessen viele mit der Zeit, dass die Tetanusimpfung immer wieder (mindestens alle 10 Jahre) aufgefrischt werden soll. 

Sollte die letzte Impfung bereits länger zurück liegen, muss der Arzt eine Auffrischungsimpfung nach dem Hundebiss verabreichen, um das Risiko von Tetanus zu neutralisieren.

 

Impfung gegen Tollwut

Jährlich sterben fast 60.000 Menschen an Tollwut, sehr häufig ist tatsächlich der Hundebiss der Übertragungsmoment.

Die gute Nachricht ist: In erster Linie ist dieses Virus in Indien und China verbreitet, in Deutschland liegt der letzte Tollwutanfall bereits 13 Jahre zurück. Grund hierfür ist auch die flächendeckende Impfung der Hunde selber gegen dieses gefährliche Virus. Trotzdem sollten Sie nach einem Hundebiss den Halter nach dem Impfausweis des Hundes bitten.

Denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Tollwutinfektion in Deutschland gering ist, ist Vorsicht immer besser als Nachsicht. Sollte ausnahmsweise doch Tollwut übertragen worden sein, kann das Opfer nur noch eine Notimpfung retten.

 

Salbe bei Hundebiss

Freiverkäufliche Salben können insbesondere die Wundverheilung nach einem Hundebiss unterstützen. Jedoch sollten sie erst nach einem Besuch beim Arzt und in Absprache mit diesem aufgetragen werden. Denn wenn man eine Salbe schon vor dem Arztbesuch aufträgt, kann der Arzt unter Umständen die Wunde nicht ideal untersuchen. Sollte eine Infektion festgestellt werden, kann der Arzt zur Behandlung und Linderung Salben mit antibiotischer, desinfizierender oder abschwellender Wirkung verschreiben.

 

Zusammenfassung

Hundebisse sind zwar nur selten tödlich, können aber trotzdem neben der typischen Perforation oder Quetschung von Gewebe schwere Gesundheitsschäden verursachen. Um nach einem Hundebiss auf der sicheren Seite zu sein, sollte IMMER ein Arzt aufgesucht werden. Sollten ausnahmsweise Zweifel hinsichtlich der Notwendigkeit eines Arztbesuchs bestehen, können unter der Nummer 116 117 (Ärztlicher Bereitschaftsdienst) zunächst Ihre Fragen beantwortet werden. Der eigene Impfausweis sollte mitgenommen werden, damit im Zweifel eine Tetanusimpfung aufgefrischt  werden kann. Sollte der Halter des bissigen Hundes bekannt sein, liegt es nahe diesen nach der Impfgeschichte des Hundes zu befragen.

Falls Ihnen bei der ärztlichen Behandlung Kosten entstehen gilt der Grundsatz, dass diese von dem Halter des Hundes übernommen werden müssen. Des Weiteren können unter Umständen auch Schadensersatzansprüche bei zerstörter Kleidung oder Sachen entstehen, sowie ein Schmerzensgeld verlangt werden.

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